Betreuer

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"Betreuer" ist in Wikilager die Bezeichnung für alle die Personen, die im Ferienlager Leitung wahrnehmen. Andere in Lagern übliche Bezeichnungen für diese Personen sind auch "Leiter" oder "Teamer". Über die Aufgaben eines Betreuers hinaus gibt es - zumindest formal - einen oder mehrere Lagerleiter.

Betreuer sind nicht:

  • Teilnehmer
  • Küchenpersonal
  • "Betreuer" im Sinne der Gesetze (Da bezeichnet der Begriff "Betreuer" Personen, die öffentlich zur Betreuung einer anderen - auch erwachsenen - Person im täglichen Leben bestellt sind.)

Betreuer im Ferienlager übernehmen die Verantwortung für das Programm und die Aufsichtspflicht für die minderjährigen Teilnehmer. Daraus folgt, dass Betreuer verschiedene Anforderungen erfüllen müssen, die jedoch von Ferienlager zu Ferienlager variieren.

Inhaltsverzeichnis

Anforderungen an einen Betreuer

Mindestalter

Da ein Betreuer (mindestens zeitweilig) die Aufsichtspflicht für Teilnehmer übernimmt, muss er dazu auch in der Lage sein. Das bedeutet zum einen, dass er über die nötige persönliche Reife verfügt, zum anderen auch über das nötige Durchsetzungsvermögen, damit z. B. Teilnehmer eine Anweisung oder ein Verbot auch akzeptieren und beachten. Das zusammen setzt nicht nur ein Mindestalter des Betreuers sondern auch einen Altersunterschied zu den zu betreuenden Teilnehmern voraus.

In vielen Fällen liegt das Mindestalter für Betreuer bei 16 (das ist u.a. auch das Mindestalter, um die Juleica zu erwerben) oder 18 (Volljährigkeit) Jahren. Da es der Sorgfaltspflicht des Trägers obliegt, geeignete Betreuer auszuwählen, ist es eben auch seine Sache, ein Mindesalter festzulegen.

ggf. Erlaubnis der Eltern

Ist ein Betreuer jünger als 18 Jahre alt und damit selbst noch aufsichtsbedürftig, so braucht er die Einverständniserklärung seiner Eltern, dass er selbst die Aufsichtspflicht für Teilnehmer übernehmen darf. Außerdem haben die über-18-jährigen Betreuer die Aufsichtspflicht über ihn.

Qualifikation

Es ist ebenfalls Sache des Trägers, eine bestimmte Qualifikation des Betreuers zu verlangen. Das kann sowohl eine Tätigkeit als Gruppenleiter wie auch ein Gruppenleiterkurs, eine erzieherische Ausbildung oder ein pädagogisches Studium sein. Ebenso ist es möglich, dass ein neuer Betreuer zunächst als "Hilfsbetreuer" mitfährt, um sich anhand von "learning by doing" für die Arbeit zu qualifizieren.

Teamfähigkeit

Leiten eines Ferienlagers ist immer auch Teamarbeit. Das bedeutet nicht, dass alle alles gemeinsam machen, sondern dass die Betreuer Hand in Hand arbeiten und am gleichen Strang (und in die selbe Richtung) ziehen. Einzelkämpfer, die sich nicht an Absprachen gebunden fühlen oder keine Kompromisse schließen können oder wollen, sind für ein Ferienlager nicht geeignet.

Zur Teamfähigkeit gehört auch, dass ein neuer Betreuer ins bestehende Team passen muss. Das bedeutet auch, dass derselbe Mensch in Team A sehr gut klar kommt, ins Team B allerdings nicht hineinpasst.

Belastbarkeit

Gerade neue Betreuer sind in ihrem "normalen Leben" nur für sich selbst verantwortlich (und werden meist zuhause selbst noch umsorgt). Im Ferienlager tragen sie Verantwortung für sich selbst und andere. Das bedeutet sowohl Arbeit als auch Stress.

Initiative

Ein gutes Betreuerteam wird nur funktionieren, wenn alle Betreuer die Arbeit bzw. Aufgaben "sehen" und nicht nur darauf warten, dass einige wenige (z. B. der/die Lagerleiter) die Aufgaben verteilen, ob es darum geht, mit den Kindern zu spielen, aufzuräumen, mal Einkaufen zu fahren oder auf bestimmte Teilnehmer besonders zu achen.

Flexibilität

In einem normalen Ferienlager passieren so viele unvorhergesehene Dinge, dass ein Betreuer, der flexibel reagieren kann, einfach ein einfacheres Leben haben wird. Eine gewisse Flexibilität kommt zwar erst mit der Erfahrung (weil man dann auf viele bereits erlebte Situationen zurückgreifen kann), aber wer schon völlig aus dem Takt geworfen wird, wenn es plötzlich anfängt zu regnen, und doch eigentlich das Freibad auf dem Programm steht, der ist noch nicht bereit für den Job als Betreuer.

Sensibilität

Wenn die Teilnehmer im Ferienlager nicht nur "verwaltet" werden sollen, dann müssen Betreuer auch über die nötige Sensibilität verfügen, um herauszufinden, ob jemand gerade keine Lust hat oder ob ihn etwas ganz anderes bedrückt, ob das Programm den Teilnehmern gefällt oder nicht, ob jemand mehr Nähe oder eine größere Rückzugsmöglichkeit benötigt.


Der "Lohn" des Betreuers

Die Arbeit als Betreuer erfolgt in aller Regel ehrenamtlich, d.h. ohne Bezahlung. Dennoch profitiert ein Betreuer auch von seiner Tätigkeit. So gibt es zum Beispiel eine Menge zu lernen, nämlich:

  • Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, und auf sie und ihre Bedürfnisse einzugehen,
  • in einem beschränkten Rahmen Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen,
  • vor einer Gruppe zu sprechen,
  • andere Menschen anzuleiten,
  • im Team zu arbeiten,
  • sich an einer Diskussion in einer Gruppe zu beteiligen und seine eigene Meinung einzubringen und zu verteidigen.

Und außerdem macht es einfach Spaß!

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